Für alle Eventualitäten gerüstet!
Im Interview Rennarzt Dr. Holger Grassner Topsportler im riskanten Renneinsatz, tausende Zuschauer im Weltcupfieber. Dabei gilt immer der Grundsatz „Sicherheit an vorderster Stelle“. Einer der dazu maßgeblich beiträgt, ist Rennarzt Dr. Holger Grassner, der seit 1999 Gemeindearzt in Hinterstoder ist.
OK Presse: Holger, du bringst neben deiner Erfahrung als Allgemeinmediziner auch spezielle Skisporterfahrung für deine Aufgabe mit. Dabei warst du im ÖSV mit den Stars lange unterwegs.
Dr. Holger Grassner: Ja das stimmt. Ich war acht Jahre als ÖSV Teamarzt mit dabei. Dabei war ich einer von mehreren Poolärzten die abwechselnd die Rennversorgung und Trainingsbetreuung übernommen haben. Dabei konnte ich viel Erfahrung sammeln und einige Einsätze (Lake Louise, Lenzerheide etc.) mit betreuen. Mit den steigenden Anforderungen hier in Hinterstoder, habe ich mich in den letzten Jahren jedoch mehr auf diese Aufgaben konzentriert und musste damit die ÖSV Tätigkeit beenden.
OK Presse: Nach der direkten Betreuung der Athleten, kommt vor allem in den nächsten Tagen eine große Herausforderung auf dich zu. Wie ist der Stand deiner Vorbereitungen?
Dr. Holger Grassner: Für eine Veranstaltung in dieser Größenordnung ist die Logistik durchaus sehr umfangreich. Dabei galt es vor allem die Ablaufpläne und Notfallpläne auszuarbeiten. Hier haben wir mit den Bereichen Piste und Zuschauer zwei Kernversorgungsgebiete. Auf der Piste selbst arbeit ich mit vier Kollegen aus den Bereich Unfallchirurgie und Notfallmedizin zusammen. Maßgeblich ist zudem die Zusammenarbeit mit dem Bergrettungsdienst im Zuge der Erststabilisierung und Versorgung bzw. einem allenfalls notwendigen Abtransport eines verunfallten Sportlers.
OK Presse: Passiert nun – was wir natürlich nicht hoffen – ein Sturz mit Verletzung auf der Strecke. Wie sieht der dafür vorgesehene Ablaufplan aus?
Dr. Holger Grassner: Grundsätzlich wird in diesem Fall sofort von der Rennleitung ein Start Stop Szenario eingeleitet. Der nächststehende Streckenarzt fährt in der Folge zum Verunfallten und verschafft sich einen Ersteindruck. In der Folge beginnt nach der Stabilisierung der entsprechend vorgesehene Abtransport mit dem Akia oder dem Hubschrauber. Die weitere Versorgung erfolgt dann bei den eigens in Alarmbereitschaft gestellten Ärzteteams. Hier haben wir an den Renntagen im LKH Kirchdorf ein Trauma OP Team unter der Leitung von Primar Dr. Robert Pehn zur Verfügung. Ebenfalls in Kirchdorf steht ein Gefäßchirurgieteam unter der Leitung von Primarin Dr. Gertraut Grenzfurtner bereit. Als drittes Team in Kirchdorf ist ein Anästhesieteam mit Primar Dr. Oswald Schuberth und Oberärztin Dr. Margit Salzner in Alarmbereitschaft. Ebenso steht im LKH Wagner-Jauregg (Neurochirurgisches Traumazentrum) unter der Leitung von Frau Primar Dr. Gabriele Wurm und Oberarzt Dr. Alfred Olschowski ein erstklassiges Team bereit.
OK Presse: Neben den Vorgaben durch die FIS, hat man speziell für Hinterstoder einen eigenen Medical Guide ausgearbeitet. Wofür wird dieser benötigt?
Dr. Holger Grassner: Mit dem Medical Guide haben wir ein Handbuch zur Verfügung, das vor allem die Kooperation bzw. Koordination zwischen den einzelnen Blaulichtorganisationen gewährleistet. Dazu gibt es auch noch nach der Hangbefahrung am Freitag ein eigenes Doctors Meeting mit den Teamärzten der einzelnen Nationen. Zudem wird es auch am Vortag der Rennen mit den Kommandanten der einzelnen Organisationen eine eigene Besichtigung der Strecke bzw. des Zuschauerbereiches geben, wo nochmals alle Szenarien entsprechend besprochen werden.
OK Presse: Stichwort Zuschauer. Auch hier seid ihr auf den Zuschaueransturm gerüstet?
Dr. Holger Grassner: Wir haben eigens für den Publikumsbereich zwei Ärztinnen zur Verfügung die gemeinsam mit dem Roten Kreuz den Bereich abdecken. Koordiniert wird der gesamte Einsatz von einem sogenannten Koordinationsoffizier der von der Leitstelle aus alle Blaulichtorganisationen vernetzt informiert bzw. koordiniert.
OK Presse: Dazu gibt es auch im Bereich Infrastruktur einige Maßnahmen?
Dr. Holger Grassner: Wir haben grundsätzlich drei Versorgungspunkte aufgebaut. Einer im Bereich Zielraum, ein weiterer im Bereich Zugang Publikum und einen dritten Versorgungspunkt im Bereich Parkplatz. Somit haben wir im Ernstfall kurze Wege und können rasch helfen.
Dr. Grassner, danke für das Gespräch und wir hoffen natürlich das es zu möglichst keinen Einsätzen rund um die Weltcuptage kommen muss.
Weitere Anfragen bitte an
Dr. Holger Grassner, +43 664 5425884
Für den Inhalt verantwortlich: OK Pressechef, Herwig Grabner






















