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In Memoriam Johann Kniewasser

Johann Kniewasser

(geb. 1951) war in den 70iger Jahren der erfolgreichste Schirennläufer aus Hinterstoder.
Da seine Eltern auf den Hutterer Böden eine Schihütte gepachtet hatten, konnte er alle Schisportmöglichkeiten unmittelbar vor der Haustür nützen, und fuhr schon als Kind täglich ins Tal zur Schule.
Schon bei den Jugendtestrennen, die unter Prof. Franz Hoppichler zum Teil mit den ÖSV Kaderläufern gleichzeitig abgehalten wurden, fiel Hans Kniewasser als außerordentliches Bewegungstalent auf, mit stilistisch perfektem Fahr- und Haltungsstil. Prof. Hoppichler drehte später seine Filme zur Demonstration von Fahrstil und Fahrtechnik am liebsten mit Hans Kniewasser, der stilistisch perfekt wie kein anderer am Schi stand.
Als “Jugendläufer” war er zwischen 1965 – 1969 immer wieder unter den Siegern und erkämpfte sich, trotz einiger Verletzungen, die Punkte für den ÖSV C-Kader.

Ab 1970 fuhr Hans Kniewasser als Junggendarm auf der “Fischer C4″ und schaffte 1972 den Sprung in den B-Kader und damit in das große internationale Renngeschehen. Im Slalom und Riesenslalom überraschte er dann bei Europacuprennen und platzierte sich in dieser Saison unter seinem Motto “schnell sein und durchkommen” in den vorderen Rängen.
In so manchem Einzeldurchgang gelang es ihm bereits die besten Rennläufer dieser Zeit zu schlagen: Hansi Hinterseer, Franz Klammer, David Zwilling, Sepp Loidl, Reinhard Tritscher, Alfred Matt, Gustav Thöni, Christian Neureuther, Henri Duvillard, Jean-Noel Augert, … und mit guten Gesamtplatzierungen behaupetete er seinen Startplatz als Weltcupfahrer. 1973 katapultierte er sich beim Weltcupslalom in Sterzing mit einem 2. Platz hinter Piero Gros (ITA) in die Weltklasse.
Die Erwartungen waren groß, und 1974 gelang der großartige Erfolg auf dem schwersten und selektivsten Slalomhang der Welt, dem Ganslernhang in Kitzbühel. Hans Kniewasser wurde zweiter hinter seinem Freund und Konkurrenten Hans Hinterseer.
Beim Weltcuprennen in Aspen/Colorado erreichte er ebenfalls einen 2. Platz und als Höhepunkt in seiner sportlichen Laufbahn bezeichnet Hans Kniewasser den 3. Platz in der Slalom-Weltcup Gesamtwertung hinter dem Gesamtsieger Gustav Thöni (ITA) und Christian Neureuther (GER).
Nach diesen sportlichen Höchstleistungen absolvierte Kniewasser die Gendarmerieschule und war nach Ende seiner aktiven Karriere bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2011 als Polizeiinspektor in Hinterstoder tätig. Im Oktober 2012 verstarb er 61-jährig an einer Lebererkrankung. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.